Pulheim ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt im Rhein-Erft-Kreis und grenzt im Osten an die nordwestlichen Stadtbezirke Kölns. In seiner heutigen Ausdehnung besteht Pulheim seit der kommunalen Gebietsreform vom 1. Januar 1975. Die Gemeinde erhielt am 1. Januar 1981 Stadtrechte.

Pulheim liegt in einer offenen Ackerlandschaft im linksrheinischen Teil der Kölner Bucht. Die Entfernung zwischen dem Stadtteil Pulheim (Mitte) und dem Kölner Stadtzentrum beträgt etwa 13 km (Luftlinie). J6ArsLEQDnnws@pulheimer-anzeiger.de Der nordöstliche Teil des Stadtgebietes mit den Orten Sinnersdorf, Stommelerbusch und Orr liegt auf der Niederterrasse des Rheintales (etwa 45 m ü. NHN); durch Stommeln und den Zentralort verläuft die Grenze zur unteren Mittelterrasse (etwa 60 m ü. NHN). Nach Südwesten steigt das Gelände weiter an. Die übrigen Stadtteile liegen bereits am unteren Rand des Ostabhangs der Ville. Dansweiler ist mit etwa 90 m ü. NHN der am höchsten gelegene Ort.

Im Zuge des Truchsessischen Krieges zogen 1581 spanische Truppen durch Pulheim. Zwei Jahre später plünderten wallonische Soldaten die Orte und richteten schwere Schäden an. Bis zum Ende des Konflikts 1589 kam es in Pulheim wiederholt zu Plünderungen. Der Dreißigjährige Krieg erwies sich als noch verheerender; abermals wurden große Teile der Orte zerstört und zudem 1623, 1635 und 1666 von der Pest heimgesucht. Erst die Auflösung des geistlichen Grundbesitzes während der französischen Herrschaftsperiode am Ende des 18. Jahrhunderts hatte grundlegende soziale Veränderungen zur Folge. Die landwirtschaftlichen Großbetriebe der Kirchen und Klöster wechselten ihre Besitzer. Vielfach wurden sie von den bisherigen Halfen aufgekauft. Ein Teil dieser Höfe wurde ebenso wie der übrige bäuerliche Besitz während des 19. Jahrhunderts durch die bestehende Sitte der Realteilung unter den Erben aufgesplittet. Neue Häuser und Gehöfte wurden gebaut, was zu einer Verdichtung der Bebauung innerhalb der Siedlungen führte. Zahlreiche Backsteinbauten dieser Zeit prägen noch heute die alten Siedlungskerne. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand auch Stommelerbusch, der jüngste Ortsteil der heutigen Stadt Pulheim, als Waldrodungssiedlung. Bereits während der Franzosenzeit von 1794 bis 1815 entstanden auf der unteren Verwaltungsebenen Mairien (Bürgermeistereien): Die Mairie Freimersdorf mit Brauweiler, Dansweiler und Manstedten sowie die Mairie Pulheim mit Sinthern und Geyen waren dem Kanton Weiden untergeordnet. Die Mairie Stommeln mit Sinnersdorf gehörte zum Kanton Dormagen. Ab 1816, dem Gründungsjahr des ehemaligen Landkreises Köln unter preußischer Verwaltung, waren die Orte der heutigen Stadt durch wechselnde Verwaltungseinheiten immer wieder miteinander verknüpft. Als Sitz eines größeren Amtsverbandes trat Pulheim mehrfach in Erscheinung. So bestand das Amt Pulheim bis 1956 aus den Orten Pulheim, Sinnersdorf, Esch, Pesch, Orr, Geyen, Manstedten, Auweiler, Stommeln, Ingendorf und Stommelerbusch. In den 1960er Jahren setzte – wie in den meisten größeren Städten der Bundesrepublik – auch im Kölner Raum ein Suburbanisierungsprozess ein. Durch seine günstige Lage im nahen Kölner Umland wurde Pulheim vermehrt Ziel von Wohnbevölkerung, die aus der Kernstadt abwanderte. Fast alle Orte der heutigen Stadt Pulheim verzeichneten bis Ende der 1970er Jahre große Bevölkerungszuwächse, und die zuvor ländlichen Strukturen wurden sowohl baulich als auch hinsichtlich des sozialen Gefüges der Bevölkerung städtisch überprägt. Um einer drohenden Eingemeindung durch die Stadt Köln zu entgehen, forcierten die Orte das Wachstum aktiv, indem sie neue Wohngebiete errichteten und ihre Infrastruktur durch den Bau von Schulen, Sportplätzen und anderen öffentlichen Einrichtungen erweiterten. 5KkVqGqCuAnws@pulheimer-anzeiger.de Die kommunale Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, vereinte die bestehenden Gemeinden Pulheim und Stommeln sowie Teile der Gemeinden Brauweiler und Sinnersdorf zur neuen Großgemeinde Pulheim. Am 1. Januar 1981 wurde die Gemeinde zur Stadt ernannt

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Pulheim verfügt über neun Grundschulen, die alle als Offene Ganztagsschulen geführt werden: Katholische Grundschule „An der Kopfbuche“ (Stommeln) Katholische Grundschule „Barbaraschule“ (Pulheim) Katholische Grundschule am Buschweg (Pulheim) Gemeinschaftsgrundschule „Christinaschule“ (Stommeln) Evangelische Grundschule „Dietrich-Bonhoeffer-Schule“ (Pulheim) Gemeinschaftsgrundschule „Horionschule“ (Sinnersdorf) Gemeinschaftsgrundschule „Richezaschule“ (Brauweiler) Gemeinschaftsgrundschule Sinthern/Geyen Gemeinschaftsgrundschule „Wolfhelmschule“ (Dansweiler) Abtei-Gymnasium Brauweiler Die weiterführenden Schulen sind (mit Ausnahme der Hauptschule) in zwei Schulzentren in Pulheim und Brauweiler konzentriert: pxcZZELDuonws@pulheimer-anzeiger.de Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim Abtei-Gymnasium Brauweiler Gesamtschule Brauweiler Marion-Dönhoff-Realschule Pulheim Arthur-Koepchen-Realschule Brauweiler (läuft zugunsten der 2014 neu gegründeten Gesamtschule in Brauweiler aus[28]) Gemeinschaftshauptschule Pulheim (läuft zugunsten der 2014 neu gegründeten Gesamtschule in Brauweiler aus

Über 14.000 Pulheimer sind Mitglied in einem der zahlreichen Sportvereine der Stadt. Das umfangreichste Sportangebot bietet der Pulheimer Sport-Club mit seinen 19 Abteilungen. Mit über 7.000 Mitgliedern zählt er zu den mitgliederstärksten Sportvereinen in Nordrhein-Westfalen.Seinen Sitz hat der Pulheimer SC im Sportzentrum im Zentralort, wo sich die größte Konzentration von Sportstätten im Stadtgebiet befindet. In jedem größeren Ort sind Sportanlagen zu finden, darunter alleine 12 Fußball- und 50 Tennisplätze. Anfang 2016 wurde in Stommeln am Standort des Anfang der 1970er Jahre errichteten Freibads die „Aquarena“ eröffnet, ein kombiniertes Hallen- und Freibad mit angeschlossener Saunalandschaft, das auch dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung steht. Sportliche Erfolge Pulheimer Vereine: Die Frauen-Fußballabteilung von Grün-Weiß Brauweiler (später FFC Brauweiler Pulheim, heute Teil des 1. FC Köln) wurde 1997 Deutscher Meister und gewann dreimal den DFB-Pokal (1991, 1994, 1997). Die Frauenmannschaft der Brauweiler Raging Abbots wurde 2001 und 2002 Deutscher Softball-Meister und gewann zweimal den Pokalwettbewerb (2002, 2003). Spieler des TTC Brauweiler errangen zwischen 1987 und 2003 zahlreiche Deutsche Meistertitel im Badminton. Die Herrenmannschaft der Pulheim Gophers spielte zwischen 2001 und 2011 mehrere Jahre in der Baseball-Bundesliga. Die Frauen-Handballmannschaft des Pulheimer SC spielte von 1977 bis 1982 in der 1. Bundesliga.

1A8lwz1Wbwnws@pulheimer-anzeiger.de Folgende Personen wurden nicht in Pulheim geboren, wirkten aber dort oder stehen in anderer enger Verbindung zur Stadt: Johannes Horion (1876–1933), Landeshauptmann der ehemaligen Rheinprovinz, wuchs in Pulheim auf Franz-Josef Spalthoff (1923–2004), 1974 bis 1979 erster Bürgermeister der neuen Großgemeinde Pulheim, zuvor 1969 bis 1974 Bürgermeister von Brauweiler Erich Ribbeck (* 1937), Fußballtrainer, 1998 bis 2000 Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, lebt in Pulheim Ludger Edelkötter (* 1940), Komponist, Musikpädagoge und Verleger, lebt in Pulheim Hans-Jürgen Kuhl (* 1941), Künstler, bekannt geworden als Geldfälscher Karin Burmeister (* 1942), Kommunalpolitikerin (Grüne), Frauenaktivistin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Wolfgang Göddertz (1944–2016), Metallbildhauer, lebte in Pulheim Peter Werner (* 1949), Musiker, Keyboarder der Höhner bis 2015, lebt in Pulheim Jürgen Rüttgers (* 1951), 2005 bis 2010 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, ehemaliger Bundesminister, war in Pulheim Ratsmitglied und Erster Beigeordneter, lebt in Pulheim Udo Dirkschneider (* 1952), Musiker, Frontsänger der Heavy-Metal-Bands Accept und U.D.O., lebt in Pulheim Michael Villmow (* 1956), Jazzsaxophonist, Dirigent und Komponist, lebt in Pulheim Henning Krautmacher (* 1957), Musiker, Frontmann der Kölner Gruppe Höhner, lebt in Pulheim Ján Kocian (* 1958), Fußballspieler und -trainer, ehemaliger tschechoslowakischer Nationalspieler, u. a. Co-Trainer beim 1. FC Köln, lebt in Pulheim Heike Henkel (* 1964), Leichtathletin, Olympiasiegerin im Hochsprung 1992, lebt in Pulheim Andrzej Rudy (* 1965), Fußballspieler und -trainer, ehemaliger polnischer Nationalspieler, u. a. Spieler und Trainer beim 1. FC Köln Marcel Wüst (* 1967), ehemaliger Radrennfahrer, lebt in Pulheim Stefan Pinnow (* 1968), Fernsehmoderator, lebt in Pulheim Thorsten Schorn (* 1976), Radio- und Fernsehmoderator, wuchs in Pulheim auf Fabrice Ehret (* 1979), französischer Fußballprofi, von 2006 bis 2011 Spieler des 1. FC Köln, lebte zu dieser Zeit in Pulheim Daniela „Damae“ Klein, Musikerin, 1998 bis 2012 Sängerin des Danceprojekts Fragma Esther Hilsberg (* 1975), Opernsängerin und Komponistin, lebt in Pulheim Jan Böhmermann (* 1981), Satiriker, Moderator und Produzent, lebt in Pulheim Thomas Kessler (* 1986), Fußballspieler, Torwart des 1. FC Köln Gerald Ciolek (* 1986), Radrennfahrer, deutscher Meister im Straßenradsport 2005, wuchs in Pulheim auf

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Die Stadtverwaltung organisiert zwei Kunstreihen, deren Veranstaltungen teils auch überregionale Beachtung finden. Im Rahmen des sog. „Synagogenprojekts“ präsentiert seit 1991 in der Regel jährlich jeweils ein renommierter Künstler eine eigens für diesen Zweck angefertigte Arbeit in oder an der ehemaligen Stommelner Synagoge (→ Bauwerke). Für die 1998 initiierte Kunstreihe „Stadtbild.Intervention“ wird jährlich ein Künstler eingeladen, ein Projekt im öffentlichen Raum umzusetzen, das temporär in das Stadtbild eingreift. In der Abtei Brauweiler finden jedes Jahr die unter Federführung des Rhein-Erft-Kreises organisierten „KunstTage Rhein-Erft“ mit Arbeiten aus den Kategorien Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Videoinstallationen für Künstler aus der Region statt. Eine Privatinitiative ist die Art'Pu:l, eine Messe für zeitgenössische Kunst, die seit 2011 jährlich auf dem Gelände des Pulheimer Walzwerks veranstaltet wird

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